Lehre |
Die
Mensch-Computer-Interaktion als interdisziplinäres Forschungsgebiet vermittelt Erkenntnisse,
Methoden und Vorgehensweisen zur Herstellung gebrauchstauglicher Systeme. Alle
Personen, die Software erstellen und gestalten, sollten ein Mindestverständnis
für die Anforderungen an die Gebrauchstauglichkeit von interaktiven Systemen
besitzen. Dies soll Sie befähigen Software gebrauchstauglich zu gestalten.
Die
thematische Vertiefung MCI vermittelt Ihnen folgende Kompetenzen und
Fähigkeiten:
- Sie kennen die
gängigen Methoden und Techniken der benutzerorientierten Analyse und
Modellierung von Anwendungskontexten (Requirements Engineering) und können
diese eigenständig anwenden.
- Sie sind zur
Integration der Methoden und Techniken der benutzergerechten Gestaltung
von Informationssystemen (Usability Engineering) in die
Software-Entwicklung (Software Engineering) befähigt.
- Sie kennen die
grundlegenden Prinzipien, Methoden und Werkzeuge für die Gestaltung von
interaktiven, vernetzten und mobilen Systemen und können diese in
Projekten eigenständig anwenden.
- Sie kennen
unterschiedliche multimodale und multimediale Interaktionstechniken und
können diese eigenständig realisieren.
- Sie können eigene
Interaktionstechniken zur Visualisierung und Exploration von
Informationsräumen (z.B. WWW, Digitale Bibliotheken, Produktdatenbanken) konzipieren
und umsetzen.
- Sie kennen die
gängigen Methoden der benutzerzentrierten Evaluation von Informationssystemen
und Nutzungssituationen (auch im Hinblick auf gesetzliche Vorschriften)
und können diese anwenden (z.B. im Usability Labor).
- Sie lernen die
Beiträge anderer an Gestaltung von Informationssystemen beteiligten
Disziplinen kennen, z.B. Kommunikationsdesign, Psychologie, Soziologie,
Organisations-, Arbeits- und Wirtschaftswissenschaften, Kultur- und
Medienwissenschaften, Rechts- und Verwaltungswissenschaften.
- Sie lernen
wichtige Institutionen zur Aus- und Weiterbildung im Bereich
Mensch-Computer Interaktion kennen (lebenslanges Lernen).
Die
Arbeitsgruppe Mensch-Computer Interaktion vermittelt in der Lehre die oben
genannten Kompetenzen und Fähigkeiten und beschäftigt sich in der Forschung vor
allem mit dem Design, der Implementierung und der Evaluierung von interaktiven
Anwendungen für unterschiedlichste Endgeräte. Die Palette reicht von mobilen
Endgeräten (z.B. Handys, PDAs, TabletPCs) über herkömmliche PCs bis hin zu
Großprojektionswänden (z.B. PowerWall). Dafür wurden neuartige
Interaktionskonzepte entwickelt (z.B. Zoomable Object-Oriented Information
Landscape), die auf diesen Endgeräten genutzt werden können. Die
Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich Interaktionsdesign, Usability
Engineering und Informationsvisualisierung. Dazu gibt es eine Reihe von
Forschungsprojekten (siehe hci.uni-konstanz.de).
Sie werden als Bachelor- oder Master-StudentIn vor allem im Rahmen von
Seminaren, dem Bachelor-Projekt oder dem Master-Praktikum und der Bachelor-
bzw. Master-Arbeit aktiv an diesen Forschungsprojekten mitarbeiten. Dazu
erfolgt eine Einbindung in die jeweiligen Projektteams. Damit werden Sie
sukzessive an das wissenschaftliche Arbeiten herangeführt (z.B. Durchführen von
Präsentationen, Schreiben von wissenschaftlichen Veröffentlichungen).
Nach
Absolvierung des Bachelor- bzw. Masterstudiums mit einer Vertiefung im Bereich
MCI bieten sich Ihnen folgende Berufsperspektiven bzw. Berufsbilder an:
- Sie
arbeiten in der User Experience Group eines großen Herstellers von Handys (z.B.
Nokia, Samsung) bzw. Anbieters von Telekommunikationsdiensten (z.B. Vodafone)
und entwickeln Benutzungsoberflächen, die internationalen Anforderungen
genügen.
- Sie
arbeiten als Usability Engineer bei einem großen Softwarehaus (z.B. SAP AG) und
sind für die Entwicklung von cross-plattform Interaktionskonzepten zuständig
(vom Handy, PDA bis zum PC).
- Sie
arbeiten als Interaction Designer bei einer Firma, die sich auf Usability
Engineering spezialisiert hat (z.B. UI Design) und beraten in dieser Funktion
andere Firmen bei der Entwicklung von interaktiven Anwendungen.
Sie
arbeiten als Usability Spezialist bei einer Internetagentur (z.B. argonauten
360, GFT) und führen Usability Studien für Websites durch.
- Sie
entwerfen neue Interaktionskonzepte im Bereich Telematik (z.B. Fahrzeuginformationssysteme)
bei einem großen Automobilhersteller (z.B. Porsche, DaimlerChrysler, VW, Audi,
BMW).
- Sie
entwickeln als Mitglied des Usability Engineering Teams einen Style Guide und
konzipieren die Benutzungsoberfläche für das Internetportal einer großen Bank
(z.B. UBS).
- Sie
arbeiten in der Abteilung User Interfaces eines internationalen Konzerns (z.B.
Siemens) und beraten und unterstützen die diversen Fachabteilungen bei der
Realisierung interaktiver Anwendungen in unterschiedlichsten
Anwendungsbereichen (z.B. Telematik, medizinische Anwendungen,
Einsatzleitsysteme in Kraftwerken, Produktionssteuerungsanlagen).
- Sie
erforschen an einer Universität oder einer industriellen Forschungseinrichtung
wie Microsoft Research oder Google Research neue Interaktions- und
Navigationskonzepte für die Benutzeroberflächen der nächsten Generation
Mehr
Informationen zu den vielfältigen Berufsbildern der MCI finden sie auf der
Website des Berufsverbandes der deutschen Usability-Professionals: www.gc-upa.de
Es folgen wichtige Dokumente zur Vorbereitung auf Ihr Mentorengespräch, die gleichzeitig auch als Leitfaden zum Studium mit Schwerpunkt MCI dienen. Bitte editieren Sie diese Dokumente und passen Sie diese an Ihre aktuelle Studiensituation an. Mit diesem ausgefüllten Dokument kommen Sie dann bitte in das Mentorengespräch zu Prof. Reiterer.
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