Blended Library


Beteiligte

Roman Rädle, Andreas Weiler, Angela Barth-Küpper, Simon Butscher, Hans-Christian Jetter, Stephan Huber, Tobias Baube, Eike Kleiner, Svenja Leifert, Christoph Gebhardt, Johannes Zagermann, Mario Schreiner, Roman Kahl, Sebastian Hubenschmid, Mathias Heilig, Christian Grün, Petra Hätscher, Harald Reiterer, Marc H. Scholl

Einführung

Im Projekt Blended Library untersuchen Wissenschaftler der Arbeitsgruppen Mensch-Computer Interaktion und Datenbanken & Informationssysteme am Standort Konstanz sowie dem Institut für Wissensmedien am Standort Tübingen den Einsatz, Einfluss und Mehrwert von neuartiger Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) im Bereich der Wissensarbeit. Die Bibliothek der Universität Konstanz und die Universitätsbibliothek Tübingen unterstützen das gemeinschaftliche Projekt. Das Interesse der Kooperationspartner liegt insbesondere auf der nachhaltigen Verbesserung der zu Verfügung gestellten Arbeitsmedien (Produkteigenschaften) und der fachgemäßen Anpassung der Arbeitsmedien an die Arbeitsweisen (Prozesseigenschaften) der Bibliotheksnutzer. Das Projekt wird gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.


Motivation

Betrachtet man die Ausgaben von wissenschaftlichen Bibliotheken, dann stellt man fest, dass in den vergangenen Jahren deutlich in den Erwerb elektronischer Medien investiert wurde. Für die Bibliothek der Universität Konstanz sind die Ausgaben für elektronische Medien im Vergleich zum Jahre 2004 sogar um mehr als das zehnfache angestiegen . Nichtsdestotrotz behalten analoge Medien ihren hohen Stellenwert und sind mittelfristig unabdingbar. Dies wurde bereits im Jahre 2001 von Sellen und Harper in ihrem Buch "The Myth of the Paperless Office" in aller Ausführlichkeit beschrieben. Auch heutzutage bedienen sich Wissensarbeiter in ihrer alltäglichen Arbeit sowohl digitaler als auch analoger Medien. Gleichwohl ist dies eher eine Koexistenz der beiden Medienarten und insbesondere an den Nahtstellen von analog zu digital und vice versa sind die Medienbrüche noch immer spürbar. So werden digitale Inhalte von Lesern häufig auf Papier gedruckt, um sie mit einem Stift annotieren zu können. Umgekehrt werden Mitschriften oder Notizen mithilfe von Scannern oder durch schmuckloses Abtippen digitalisiert, um sie in andere digitale Dokumente einzubetten oder zu archivieren. Letzteres ermöglicht eine computergestützte Suche in den persönlichen Daten. Das Ziel der Blended Library ist es die erwähnten Medienbrüche aufzulösen und die Koexistenz der Medien in eine Interaktion miteinander umzuwandeln. Hierbei bedient man sich neuartiger IKT um die Lücke zwischen der realen Welt und den digitalen Informationsräumen zu schließen. Beispielsweise können analoge Mitschriften oder Kennzeichnungen in Dokumenten automatisch und ohne weiteres Zutun des Verfassers digital protokolliert und verfügbar gemacht werden. Notizen, welche zu einem Buch gemacht werden, können automatisch mit dem physikalischen Gegenstand oder sogar der aktuell geöffneten Buchseite verknüpft werden, um später die Zusammenhänge zwischen dem Ursprungsdokument und den Notizen wiederherstellen zu können. Dies ist nur ein denkbares Anwendungsbeispiel innerhalb der Blended Library.

Projektziele

Im Verlauf des Projektes sollen Ideen und Konzepte sowie spezielle Hard- und Software entwickelt werden, um die Anforderungen eines Wissensarbeiters zu erfüllen. Anschließend werden Prototypen in einem "Living Lab" (siehe 3D Raumsketch) mit ausgewählten Benutzern der Bibliothek auf deren Gebrauchstauglichkeit überprüft. Bewährte "Best-Practice" Beispiele sollen dann im Sinne der Nachnutzbarkeit im künftig umgestalteten Informationsbereich der Bibliothek der Universität Konstanz allen Benutzern zur Verfügung gestellt werden. Im Folgenden werden die bisher entwickelten Anwendungen vorgestellt.

Living Lab

Ein Wissens-Arbeitsraum in der Bibliothek der Universität Konstanz

Das Living Lab war Teil der Räumlichkeiten der Bibliothek der Universität Konstanz und bildete sowohl durch gängige Büromöbel als auch durch neue Informations- und Kommunikationstechnologie einen umfänglichen Wissens-Arbeitsraum. Das Labor erlaubte den Benutzern den Zugang zu Büchern und weiteren physischen Artefakten der Bibliothek und zusätzlich wurden zahlreiche digitale Medien wie z.B. E-books angeboten. Neuartige Benutzerschnittstellen und Interaktionskonzepte liesen sich durch dieses ganzheitliche Konzept mit Bibliotheksnutzern in einer realistischen Umgebung testen.



Publikationsliste

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